Empfehlungen

"Depeche Mode"   (kulturSPIEGEL 7/07)
Serhij Zhadan 

"Die Ordnung der Worte " (kulturSPIEGEL 4/07)
Pål H. Christiansen

"Nicht frei von Sünde " (kulturSPIEGEL 5/07)
Benjamin Black

"Die Anbetung der Eidechse oder Wie man Engel vernichtet " (kulturSPIEGEL 1/07)
Ljubko Deresch

"Kamtschatka " (kulturSPIEGEL 12/06)
Marcelo Figueras

"Die Kolonie " (kulturSPIEGEL 12/06)
Chuck Palahniuk

"Tokyo Love " (kulturSPIEGEL 11/06)
Hitomi Kanehara

"Popeye" (kulturSPIEGEL 10/06)
E.C. Segar

"Shiva Moon" (kulturSPIEGEL 10/06)
Helge Timmerberg

"Lipshitz" (kulturSPIEGEL 9/06)
T. Cooper, Brigitte Jakobeit

"Das kurze Leben des Stuart Shorter" (kulturSPIEGEL 8/06)
Alexander Masters, Malte Krutzsch 

"Huren für Gloria" (kulturSPIEGEL 7/06)
William T. Vollmann,Thomas Melle

"Heimatroman oder Wie mein Vater ein Deutscher wurde" (kulturSPIEGEL 4/06)
Nicol Ljubic

"Depeche Mode"

 Serhij Zhadan
Aus dem Ukrainischen von Juri Durkot und Sabine Stöhr. 

Serhij, Dog Pawlow und Wasja Kommunist leben in den Abwässerkanälen einer neuen Welt: Sie sind 19, arbeitsscheu, konstant besoffen und hausen in einer Bude in der ostukrainischen Stadt Charkiw. 1993, das untergegangene Sowjetregime hat sie ausgespuckt, im aufkommenden Konsumkapitalismus wollen sie nicht ankommen. Als der Stiefvater ihres Freundes Zündkerze sich erschießt, machen sich die drei auf die Suche nach ihrem verschwundenen Freund und stolpern durch ein postkommunistisches Endzeitszenario. Serhij Zhadan, Dichter, Performancekünstler und Impressario ist einer der wichtigsten  Kreativen in der modernen ukrainischen Gegenkultur, seinen ersten Roman haut er dem Leser regelrecht um die Ohren. Er schreibt wüst, rotzig, delirierend, assoziativ, klug und schreikomisch, mit großer Empathie für seine Figuren. Nebenher erfahren wir wissenswertes über Bombenbau, anarchistische Gesellschaftstheorie und eine nie gehörte Entstehungsgeschichte von Depeche Mode. Ein Buch zwischen Charles Bukowski, den Sex Pistols und der Verliererpoesie Aki Kaurismäkis. Er fühle sich „wie ein Fluss, der gegen die eigene Strömung fließt“, sagt der Ich-Erzähler. Besser lässt sich ein Lebensgefühl kaum beschreiben.   

(Jörg Böckem in kulturSPIEGEL 7/07)

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"Die Ordnung der Worte"

 Pål H. Christiansen
Aus dem Norwegischen von Christine v. Bülow.

Hobo Highbrow wohnt in einer heruntergekommenem Bude in Oslo, lebt in den Tag hinein, verliert sich in größenwahnsinnigen Phantasien und hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Sein neuer Roman, für den er den Literaturnobelpreis erwartet, wird nicht fertig, mit der unverkäuflichen Restauflage seiner bisher erschienenen Bücher legt er den Fußboden aus. Doch mit einem Mal bricht sein beschauliches Leben auseinander – seine Freundin scheint sich anderen Männern zuzuwenden, aus seiner Wohnung verschwinden Möbel und Kleidung, der Wirt seiner Stammkneipe setzt ihn vor die Tür. Trost findet Highbrow in den Songs der Band a-ha, in Tagträumen und einem Wörterbuch. Der Norweger Pal H. Christiansen, 48, hat einen wunderbar kauzigen Helden kreiert, gleichermaßen nervtötend wie sympathisch. Und er erzählt sehr emphatisch davon, wie schwer es ist, einen Platz in der Welt da draußen zu finden, wenn die im Inneren einen zu sehr gefangen nimmt.

(Jörg Böckem in kulturSPIEGEL 5/07)

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"Nicht frei von Sünde"

Nicht frei von SündeBenjamin Black
Aus dem Englischen von Christa Schuenke.

Kiepenheuer & Witsch.Seit zwanzig Jahren verbringt Quirke, der Chefpathologe des Dubliner Holy Family Krankenhauses seine Tage mit den Toten in den Katakomben unter dem Hospital und die Nächte im Alkoholrausch. Eine rätselhafte Leiche reißt den Misanthrop aus seiner wohligen Lethargie und zwingt ihn in die Welt hinaus, dabei kommt Quirkie einer transatlantischen Verschwörung auf die Spur. Der Ire John Banville (der für seinen Roman „Die See“ im vergangenen Jahr mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde) hat unter dem Pseudonym Benjamin Black einen sprachgewaltigen, atmosphärisch dichten und wunderbar düsteren Kriminalroman vorgelegt, angesiedet im Irland der fünfziger Jahre. Wie sein selbstmitleidiger, unmöglicher Held sich widerwillig durch die Welt der Lebenden schleppt, durch Lüge und Leidenschaft, Betrug und Bigotterie, so schleppt sich auch Lösung des Falles dahin. Derweil legt Banville ein komplexes Familiendrama frei, Schicht für Schicht, wie auf dem Seziertisch. Nie scheint die Sonne; Tod, Fäulnis und Verfall, des Körpers und der Seele, sind allgegenwärtig. Am Ende ist tatsächlich niemand frei von Sünde, und Erlösung scheint unmöglich.

(Jörg Böckem in kulturSPIEGEL 4/07)

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 "Die Anbetung der Eidechse oder Wie man Engel vernichtet"

Die Anbetung der Eidechse oder Wie man Engel vernichtet Ljubko Deresch
Aus dem Ukrainischen von Maria Weissenböck. Edition Suhrkamp.

Ein schwüler Sommer, zwei Jahre nach Zusammenbruch der Sowjetunion. Der 15-jährige Misko verbringt die Ferien alleine in der Datscha seiner Eltern, in einem kleinen Karpatendorf. Er trägt die Haare lang und die Jeans zerrissen, liest Bücher von Jack Kerouac und E. A. Poe, und hört die Musik von The Doors und Pink Floyd – ein Außenseiter, genau wie seine beiden Freunde, Hippie und die schöne Dschwinka. Sie werden terrorisiert von dem Anführer einer Jugendgang, der auch vor Verstümmelung und Vergewaltigung nicht zurückschreckt. Bis die drei beschließen, ihren Peiniger umzubringen. Ljubko Deresch gilt als Wunderkind der modernen ukrainischen Literatur, „Die Anbetung der Eidechse“ hat er im Alter von 15 Jahren geschrieben. Er erzählt eindringlich, ungestüm und mit großem sprachlichem Talent von der ersten Liebe und dem ersten Hass, von einer Zeit, in der jedes Gefühl aufgeladen ist mit Wahnsinn. Ein Entwicklungsroman, der glüht. Einer, wie ihn wohl nur ein Teenager schreiben kann.

(Jörg Böckem in kulturSPIEGEL 1/07)

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"Kamtschatka"

Kamtschatka Marcelo Figueras
Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg. Nagel & Kimche.

Der Militärputsch 1976 in Argentinien verändert die Welt. Zumindest für den zehnjährigen Ich-Erzähler, der später Harry heißen wird: Seine Eltern, regimekritische Intellektuelle, müssen sich vor der Staatsmacht verbergen. Sie flüchten in ein abgeschiedenes Landhaus und ändern ihre Namen. Verschleppung und Folter wird in Marcello Figueras großartiger Familiengeschichte nicht beschrieben, aber die Gewalt und Bedrohung ist ständig spürbar. Zahlreiche Fragen dürfen nicht gestellt, Antworten nicht gegeben werden, Menschen verschwinden, schließlich gar die Eltern. Figueras schildert das politische Drama, indem er aus der Perspektive eines Kindes erzählt, davon, wie Kinder Realität und Phantasie vermischen und Trost und Hoffnung aus Comics, TV-Serien, Abenteuerromanen und Kinderspielen schöpfen.

(Jörg Böckem in kulturSPIEGEL 12/06)

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"Die Kolonie"

Die Kolonie Chuck Palahniuk.
Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz. Manhattan.

Drei Monate Klausur, ohne Ablenkung und Verpflichtung das große Werk verfassen – 17 potentielle Schriftsteller folgen der Einladung. Doch nachdem sich die Tür hinter ihnen geschlossen hat, beginnt der Alptraum: Sie sind gefangen in einem ehemaligen Theater, Schimmel und Moder, kein Sonnenlicht, kein Kontakt zur Außenwelt. Bald fallen Heizung und sanitäre Anlagen aus, das Essen wird knapp, und der Irrsinn hält Einzug. Chuck Palahniuk, seit „Fight Club“ einer der plakativsten Kritiker der modernen Mediengesellschaft, inszeniert sein Buch als groteske Versuchsanordnung. Er beschreibt Menschen auf der Jagd nach den Heilsversprechen der Moderne – 15 Minuten medialer Ruhm, Hipstertum, schnelles Geld oder auch nur der Vorruhestand auf Staatskosten. Er seziert ihr Scheitern, beschreibt Verfall, Krankheit und Perversion von Körper und Seele. Ein böses, schmerzhaftes Buch, oft an der Grenze zum Widerwärtigen, dessen Faszination man sich dank Palahniuks Fabulierwut jedoch kaum entziehen kann. „Die Hölle, das sind die anderen“ heißt es bei J. P. Sartre. Bei Palahniuk ist jeder seine eigene Hölle, ein Entkommen unmöglich.

(Jörg Böckem in kulturSPIEGEL 12/06)

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"Tokyo Love"

Tokyo Love Hitomi Kanehara.
Aus dem japanischen von Sabine Mangold. List Verlag.

Die 19-jährige Lui lässt sich treiben. Sie jobbt sporadisch als Hostess, nachts tanzt sie in den Clubs von Tokio, sie trinkt, nimmt Drogen und schleppt Männer ab. Ein Leben ohne Halt, ohne Verantwortung, ohne Ziel. In einem Technoclub trifft sie den 17-jährigen Ama, rot gefärbter Irokesenschnitt, tätowiert, gepierct. Vor allem seine gespaltene Zunge fasziniert Lui. Ama führt sie ein in die Welt der „body modifications“, eine dunkle Welt, in der auf Schmerz Lust folgt und das Gefühl, am Leben zu sein. Dann wird Amas Leiche gefunden, alle Anzeichen weisen auf einen sadistischen Lustmord hin. Tokyo Love, von der japanische Autorin Hitomi Kanehara im Alter von 20 Jahren geschrieben und mit zwei der wichtigsten Literaturpreise Japans ausgezeichnet, erzählt von der Suche nach Identität jenseits der Konventionen in einer Gesellschaft, in der offen gelebter Nonkorformismus und Individualität immer noch einen Tabubruch bedeuten. Ein wildes, rotziges Buch voll drastischer Gewalt und Sex, das stimmig und eindringlich die Gemütslage der Protagonisten und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens beschreibt.

(Jörg Böckem in kulturSPIEGEL 11/06)

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"Popeye"
Popeye E.C. Segar.
Deutsch von Ebi Naumann. Marebuchverlag.

Popeye, der Seemann gehört seit den dreißiger Jahren zu den bekanntesten Comicfiguren der westlichen Welt – Olivia, die Bohnenstange, Spinat aus der Dose, dicke, tätowierte Unterarme, wüste Keilereien und saftige Flüche. Aber das ist nur die eine Seite, der Popeye aus den Trickfilmen. Der Mare Verlag versammelt die frühen Abenteuer des sympathischen Helden, zum größten Teil in deutscher Erstausgabe, und beweist, dass die Zeitungsstrips weitaus mehr bieten: Popeye ist der Existentialist unter den Comichelden, seine Abenteuer sind große Cartoonkunst, brillante Gesellschaftskomödie voller Absurdität, schillernder Figuren und anarchischem Humor, so schwarz wie die See bei Nacht. Zeitloses Seemannsgarn, fein gesponnen.

(Jörg Böckem in kulturSPEGEL 10/06)

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"Shiva Moon"
Shiva MoonHelge Timmerberg.
Rowohlt Berlin.

Ende der sechziger Jahre floh Helge Timmerberg aus der hessischen Kleinstadt in einen indischen Ashram. Damals war er 17, in den Jahrzehnten, die folgten, besuchte der Journalist und Schriftsteller das Land noch Dutzende Male. Jetzt, mit Anfang 50, ist er wieder in Indien, bereist das Land von der Quelle des Ganges bis zu seiner Mündung. „Shiva Moon“ erzählt von dieser Reise, von Gottheiten und Bettlern, von schönen Geistheilerinnen und geschäftstüchtigen Rikschafahrern, von Esoterik-Firlefanz, Sauerstoffmangel, Rausch, Erleuchtung und Zahnschmerzen. Immer geht es  um das Woher und Wohin. Der Leser lernt viel über Indien, über das alte und moderne, das mythische und das reale. Und noch mehr über den Autor, was kein Nachteil ist. Timmerberg, der sich als „Erleben-Müsser“ beschreibt, ist einer der ganz großen Irren des jüngeren deutschen Journalismus, einer, der an die Grenzen geht und für das Erlebte die richtigen Sätze findet, Sätze voller Kraft und Witz.

(Jörg Böckem in kulturSPIEGEL 10/06)

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 "Lipshitz"Lipshitz bei Amazon

T. Cooper, Brigitte Jakobeit
Aus dem Amerikanischen von Brigitte Jakobeit. Marebuchverlag.

Anfang des 20. Jahrhunderts, kurz nach Beginn der Pogrome, verlässt die jüdische Familie Lipshitz ihre russische Heimat in Richtung Amerika. Doch bei der Ankunft in New York geht Ruben, der blonde, jüngste Sohn, für immer verloren. Jahrzehnte später meint Esther Lipshitz, ihren Jüngsten in Charles Lindbergh wiederzuerkennen und entwickelt eine Obsession für den berühmten Flieger. Mit großem Gespür für die Figuren und deren Beziehungen rekonstruiert T. Cooper auf der Basis von Briefen, Zeitungsausschnitten und anderen Erinnerungsstücken die wechselhafte Geschichte der Familie bis zum Tod der Urgroßmutter Esther 1942. Leider verfällt Cooper im letzten Viertel des Buches als Ich-Erzähler häufig in ein nervtötendes – unter jungen zeitgenössischen Autoren leider sehr verbreitetes – selbstgefälliges, ironisierendes Geschwafel. Glücklicherweise trösten die großartig gelungenen 360 Seiten zu Beginn des Buches über das enttäuschende Ende hinweg.

(Jörg Böckem in kulturSPIEGEL 9/06)

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"Das kurze Leben des Stuart Shorter"

Das kurze Leben des Stuart Shorter

Alexander Masters, Malte Krutzsch 
Aus dem Englischen von Malte Krutzsch. Kunstmann.

Alexander Masters arbeitet in der Obdachlosenhilfe, auf der Straße lernt er Stuart Shorter kennen - obdachlos, drogensüchtig, psychisch gestört, gewalttätig - und beschließt, dessen Lebensgeschichte aufzuschreiben. Kurz vor Fertigstellung des Buches stirbt Stuart. Dass daraus kein Betroffenheitsszenario geworden ist, liegt an beiden Protagonisten: Shorter berichtet mit radikaler Aufrichtigkeit und entzieht sich allzu simplen Deutungsmustern; Masters vermeidet jeden Sozialkitsch, er erzählt Stuarts Geschichte voller Humor, ohne das Tragische, Groteske und Widerwärtige zu verschweigen. „Ich kann Stuart nicht rechtfertigen oder erklären. Ich kann ihn lediglich aufs Papier bringen.“ Er tut das mit viel Neugier und Empathie, aber auch Fassungslosigkeit und Wut und verleiht so dem Leben am Rande der Gesellschaft Farbe und Tiefenschärfe.

(Jörg Böckem in kulturSPIEGEL 8/06)

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"Huren für Gloria"

"Huren für Gloria" bei Amazon

William T. Vollmann,Thomas Melle
Aus dem Amerikanischen von Thomas Melle, Suhrkamp.

Jimmy kriecht durch die Gosse, doch sein Kopf steckt in den Wolken: Der Vietnam-Veteran haust in einer Absteige, er besäuft sich in schäbigen Bars mit Transvestiten und trägt seine Sozialhilfe zu den Huren. Doch alles, was er tut, dient einem höheren Ziel – Gloria. Sie ist seine Traumfrau, seine Göttin, seine Hoffnung auf Erlösung. Jimmy kauft den Huren ihre Erinnerungen ab, ihre Haare, mal einen Ohrring. Bis diese Einzelteile ein Bild ergeben, das Bild einer Frau, einer gemeinsamen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ein Bild vom Glück. William T. Vollmann, der mit Charles Bukowski, Norman Mailer, und Denis Johnson verglichen wird, mutet dem Leser einiges zu – schonungslos schildert er trostlosen Sex, Gewalt, Drogen, körperliche und seelische Deformation, oft in schier endlosen, assoziative Nebensatzschleifen, die sich über ganze Seiten winden. Doch ihm gelingt das Kunststück, seine Figuren nie vorzuführen, er erzählt Jimmys Geschichte gleichermaßen drastisch wie poetisch und verleiht Jimmys Wahn und Elend zärtlichen Glanz.

(Jörg Böckem in kulturSPIEGEL 7/06)

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"Heimatroman oder Wie mein Vater ein Deutscher wurde"

Heimatroman bei Amazon

Nicol Ljubic
DVA, München.

Drago Ljubic´, den sie alle nur Grizzly nannten, damals, vor mehr als 30 Jahren, er am Flughafen von Zagreb gearbeitet hat und groß und stark war wie eben jener Bär, dieser Drago ist heute 64 Jahre alt und von Malaria und einem Kleinhirninfarkt gezeichnet. Trotzdem begleitet Drago seinen Sohn auf eine Reise in die eigene Vergangenheit, die den Kroaten auf oft abenteuerlichen Wegen von Zagreb über Italien und Frankreich in eine Doppelhaushälfte am Bremer Stadtrand geführt hat. Nicol Ljubic´ erzählt die oft skurrile Geschichte seines Vaters einfühlsam  und nuanciert, er berichtet davon, wie es einmal war in Europa, wie die erste Migranten- Generation langsam mit diesem Land verwachsen ist. Aber seine größte Leistung ist die gleichermaßen liebevolle wie staunende Annäherung an den Vater, die Neugier auf das Geheimnisvolle und Unbekannte an diesem scheinbar so vertrauten Menschen.

(Jörg Böckem in kulturSPIEGEL 4/06)

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